Wie wird Geld in den Modellen dargestellt?

Teil III: Vergleich von Neoklassik, der keynesianischen Einkommen-Ausgabenmodell-Familie und dem EEWCO-Modell mit einfachem Geld.

In diesem Teil will ich vorstellen, wie das Geld in den Modellen abgebildet wird. Zuvor will ich Dich einladen, kurz Deine Vorstellungen zu Geld zusammenzutragen. Oder in der EEWCO-Terminologie ausgedrückt: Lege eine Sammlung zum Themenfeld Geld aus Deinem Weltbild an.
Da könnte dann drin stehen wie entsteht es, wozu wird es gebaucht, wie läuft das ab, welche Eigenschaften es hat, welche Institutionen tun was etc. Sofern Dein Weltbild sich in Teilen mit dem Weltbild der Ökonomen deckt, sollten sich zumindest Teile Deines Weltbildes in den Modellen wiederfinden. Über die anderen Teile sollte diskutiert werden können.

Für die Nicht-Ökonomen will ich an dieser Stelle sagen, dass die institutionellen Rahmenbedingungen für die Entstehung des Geldes und seines Managements sowohl von der Europäischen Zentralbank veröffentlicht sind als auch in den Lehrbücher zur Geldpolitik dargestellt werden.

Geld in dem EEWCO-Modell

Im EEWCO-Modell bekommt jedes Wirtschaftssubjekt ein eigenen Konto. Von diesem Konto kann dann Geld auf das Konto eines anderen Wirtschaftsubjektes überwiesen werden. Wirtschaftssubjekte sind: Die einzelnen Modellmenschen, die einzelnen Unternehmen und die Zentralbank. Da in dem gewählten Modell die Geldmenge gegeben ist, hat die Zentralbank allerdings nichts zu tun. Sie aber schonmal als Institution zur Ausdifferenzierung angelegt.

Für jedes Wirtschaftssubjekt ein Konto zu führen, hört sich simpel an. Dies erfordert aber im Simulationsmodell einigen Aufwand, weil sowohl Modellmenschen als auch Unternehmen entstehen und vergehen. Zudem sind die Transkationen zu registieren. Und schließlich wollen auch die Vorteile der Simulationsmethode genutzt werden, und die Transaktionen zur späteren Analyse dokumentiert werden. Der Pseudocode zu der Kontenverwaltung sieht so aus:

eewco_geld_abb_1

eewco_geld_abb_2

eewco_geld_abb_3

Geld im neoklassischen Modell

Es gibt eine Geldmenge M. Wenn die gleichgewichtige Güterproduktion Y errechnet ist, dann lässt sich das Preisniveau errechnen:
nkl_gelddarstellung

Geld im IS/LM-Modell

Die Geldmenge bestimmt in dem Modell die Zinshöhe mit:

ke_gelddarstellung

 

Ist es da verwunderlich, wie die Finanzkrisen gemanaged werden?

Sind das neoklassische Modell und das keynesianische Modell heilbar?

Es hat sich mir die Frage gestellt, ob das neoklassische Modell und das keynesianische Modell nicht potentiell ausbaufähig wären. Meine Meinung: nein. Und zwar weil:

  • Das Thema Geld und Finanzen ist schon seit geraumer Zeit ein wichtiges Thema. Die Neoklassik hatte über 100 Jahre Zeit, das keynesianische Modell gut 50 Jahre, um das Thema zu integrieren. Es ist nicht gelungen.
  • Bei der Ausarbeitung des EEWCO-Ansatzes wollte ich eigentlich so viele bestehende Modellkomponenten wie möglich verwenden. Brauchbar waren nur die allerersten Strukturierungsansätze. Von den konkreten Modellkomponenten konnte ich keine verwenden. Zum einen sind sie nicht für ein Wirtschaftmodell ausgewählt und ausformuliert worden, das Prozesse darstellt. Zum zweiten sind sie für Aggregatdarstellungen oder Darstellungen repräsentativer Akteure eingerichtet worden. Wenn aber einzelnen Akteure betrachtet werden, dann entsteht eine Vielzahl von Situationen, die vorher nicht zu beachten waren: Insolvenzen etwa. Vererbungsfragen. Strategisch interdependenter Wettbewerb bei unvollständiger Information. Das hatte zur Folge, dass sämtliche Modellkomponenten für den EEWCO-Ansatz neu zu entwickeln waren. Das heißt aber auch, eine graduelle Weiterentwicklung von neoklassischen Modell oder dem IS/LM-Modell zu einer virtuellen Welt funktioniert nicht.

 
Im letzten Teil des Vergleichs zeige ich, wie die Bevölkerung in den Modellen dargestellt wird.

Teil IV: Wie wird die Bevölkerung in den Modellen dargestellt?

 

Links

Teil I der Vergleichsreihe.
Mit Quellenangaben und weiterführenden Links.
 
 

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