Und der Nutzen des Staates ist Null?

Schlamperei bei der Analyse? Absicht?

Zuerst den Nutzen des Staates auf Null setzten und dann schlussfolgern, dass der Staat tendenziell schädlich ist. Was soll das?

Ein Beispiel dafür mit dem sich alle StudentInnen befassen ist die Bewertung einer Steuererhebung des Staates mit dem Konzept der Konsumentenrente/Produzentenrente. Das folgende Beispiel stammt aus Mankiw (2012): Grundzüge der Volkswirschaftslehre, 5. Aufl., S. ?200ff.

In einem Markt wird ohne Steuern eine Menge QM bei einem Preis PM umgesetzt. Wenn nun Steuern erhoben werden, dann schiebt sich die Steuerlast zwischen Anbieter und Nachfrager. Die umgesetzte Menge geht auf QSt zurück. Es entsteht ein „Wohlfahrtsverlust“ von der Größe des Dreiecks DW.

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Die Frage, der nicht nachgegangen wird, ist: Was macht der Staat mit dem Geld? Vielleicht verteilt er um. Dann verschiebt sich die Nachfragekurve nach oben und der „Wohlfahrtsverlust“ verschwindet wieder. Oder Politiker kaufen sich eine Villa davon. Oder es wird Infrastruktur gebaut, was vielleicht zusätzliche Märkte aktiv werden lässt.

Das Null-Setzen des Staatsnutzen ist mir auch in anderen Texten begegnet, die nicht mit dem Konsumentenrenten/Produzentenrentenkonzept gearbeitet haben.

Auf einer solchen Grundlage wird dann messerscharf geschlossen, dass der Staat sich aus dem Wirtschaftsleben heraushalten soll.

Wenn Du mich fragst: Ein Beispiel dafür, wie tief wir den Abgrund im dunklen Zeitalter ausgelotet haben.
 
 

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