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Theorie bedürfnisbasierter Entscheidungen

Die Beschreibung von Menschen mit Bedürfnissen erlaubt eine vielschichtige Darstellung von körperlichen, psychischen und kognitiven Aspekten der menschlicher Entscheidungen.

Anlass, die Theorie bedürfnisbezogener Entscheidungen zu entwickeln,  war die Entwicklung der prozessabbildenden gesamtwirtschaftliche EEWCO-Theorie. Dafür habe ich eine passende Theorie der Entscheidungen gesucht. Sie sollte Abläufe in der Zeit darstellen, sie sollte berücksichtigen, dass Informationen oft unscharf sind und die Auswertungsmöglichkeiten verschieden sind und ich hatte den Eindruck, dass die Bedürfnistheorie, die ich von Rosenberg und seiner bedürfnisbezogenen Kommunikation (GfK) her kenne, eine gute Grundlage sein würde.

Als Ausgangspunkt für die Theoriebildung habe ich mir dann den Durst als Bedürfnis herausgesucht und ihn in System-Dynamics-Manier abgebildet: Wenn viel Wasser im Körper – kein Durst. Wenn kein Wasser im Körper – auch kein Durst weil verdurstet, wenn etwas Wasser im Körper viel Durst, usw. Davon ausgehend stellen sich auf dem Weg zu einer allgemeinen Beschreibung menschlicher Entscheidungen eine Fülle von Fragen, die einsortiert werden müssen: Über die zeitlichen Zusammenhänge, die sachlichen, die Informationsverarbeitung. Herausgekommen ist die Theorie bedürfnisbezogener Entscheidungen, die eine zeitliche, sachliche und kognitive Grundstruktur anbietet, mit der menschliche Entscheidungen nachgebildet und interpretiert werden können.

Ein erstes Ergebnis aus der Anwendung der Theorie bedürfnisbasierter Entscheidungen: Ist gibt Fälle, in denen Verlauf der Nutzenkurve einem Hochplateau entspricht, mit links und rechts scharf abfallenden Seiten. Die Aufgabe bei Entscheidungen liegt in diesem Fall nicht darin, ein Optimum zu finden, sondern die Absturzkanten zu kennen und Abstand zu ihnen zu halten.

 

Die bisher für die Darstellung von Entscheidung gelehrten stetig differenzierbaren Präferenzfunktionen der mikroökonomischen Theorie geben nur wenig Anlass praktische Erfahrungen theoretisch aufzuarbeiten. Dazu sind sie ungeeignet. Es fehlen dort folgende Dimensionen:

  • die zeitliche Struktur
    (Durst jetzt, oder Durst im Mittel, wenn im Mittel: im Mittel von welchem Zeitraum, …)
  • die kognitive Struktur
    (verfügbare Beobachtungen und Erfahrungen, Wissen,  Informationsverarbeitung, Erwartungsbildung, verfügbare Handlungsroutinen, …)
  • die sachliche Differenzierung
    (Was ist mit den Folgewirkungen eines Konsums von Gut X, was sind die Folgen des Konsums von Y? Was sind die Folgen des Nicht-Konsums von X? …)
Das eBook

Theorie bedürfnisbasierter Entscheidungen (pdf)

Links

Die Tabelle, mit der ich den besten Tätigkeitsmix gesucht habe befindet sich hier:
Reihe zum EEWCO-Ausgangsmodell. Teil Anfang – AA
 
 

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