EEWCO Entstehungsgeschichte

Eine kurze Geschichte darüber, wann wer wie den EEWCO-Ansatz zusammengestellt hat.

Mein erstes größere Aha-Erlebnis in meinem VWL-Studium hatte ich bei einer Seminararbeit zum Neo-Keynesianismus. Ich saß wieder und wieder in der Bibliothek, laß Texte zum Neo-Keynesianimus und hatte keinen Dunst, worauf die Texte hinauswollten. Dann fiel der Groschen: Es ging um eine Alternative zum Koordinationsmechanismus der Neoklassischen Modelle, dem Walrasianischen Auktionator. Die Rolle des Walrasianischen Auktionators war vorher völlig meinem Bewusstsein entzogen. Ich nahm die Kreuzung von Angebots- und Nachfragekurve als Marktergebnis hin. Das dahinter ein Koordinationsmechanismus steckt, der sich lohnt genauer betrachtet zu werden, dieser Gedanke ist mir dort zum ersten Mal begegnet und es hat noch eine ganze Zeit gedauert, bis es mir klar geworden ist.

Mitte der 90er Jahre und in der Mitte meines VWL-Studiums habe ich angefangen, auf eine Simulation der Wirtschaft hinzuarbeiten. Im Wiwi-Fachbereich in Trier war dazu nichts zu finden, aber im Fachbereich Hydrologie bot Herr Prof. Dr. Wolfhard Symader Vorlesungen „Wissenschaftliches Arbeiten“, „Vernetztes Denken“ und „Simulation kleiner Systeme“ an. Diese Veranstaltungen waren mein Einstieg in ein reflektiertes Studieren und später Forschen und Simulieren. Von Herrn Symader möchte ich empfehlen „Was machen Sie eigentlich mit Ihren Gedanken?“ – Die Logbuchtechnik. Und es gibt ein kleines Interview von 1994 zum Thema Lehre und vernetztes Denken.

Das erste nennenswerte Simulationsmodell habe ich in meinem ersten Jahr als Doktorand zusammengebaut. Herr Prof. Dr. U. Fehl hatte mich als Doktorrand angenommen. Es war ein gesamtwirtschatliches Modell, in dem Kreditgeld entsteht und nach Ablauf der Kredite wieder getilgt wird. Es war im Wesentlichen eine Aggregatbasiertes Modell. Mit seinen Fragen zu den genauen Zuammenhänge führte Herr Fehl mich dann dazu, die einzelwirtschaftlichen Grundlagen auszuarbeiten.

Diese Ausarbeitungsphase gestaltete sich umfangreicher als befürchtet, denn es stellte sich heraus, dass so gut wie keine Modellbestandteile von existierenden Modellen übernommen werden konnten. Ich brauchte Komponenten, die einzelwirtschaftlich fundiert, in Quanten dargestellt, in ein Zeitraster und zu dezentraler Koordination passen. Finden tun sich Komponeten von Aggregaten oder Einheitsakteuren, kontinuierliche Mengendarstellungen, mit unspezifiziertem Zeitbezug für einen Gleichgewichtsablauf.

Das Zusammensetzen der neuen Bestandteile barg auch Herausforderungen. Die ersten beiden Modellreihen sind gescheitert. Das Modell „versandete“. Es gab zuviele offene Enden, mit denen ich nicht wusste, was ich damit anfangen könnte, ohne dass das Modell beliebig werden würde. Seitdem weiß ich, wie entscheidend eine saubere Methodologie ist. In diesen beiden Phasen war Karsten Thiesemann ein wertvoller Begleiter, der unzählige Textentwürfe gegengelesen hat und damit erheblich zur Gedankenklärung beigetragen hat.

Da Herr Fehl mit dem Entwurf nichts anfangen konnte, habe ich die Texte überarbeitet auf eine erste Internetplattform gestellt. Ich habe noch die Simulationsumgebung hinzugebaut und die erste Geldreihe entwickelt. Die Plattform war allerdings wenig benutzerfreundlich strukturiert und es fehlten Erläuterungen zu den Texten. Und der grundlegene Methdologietext war schlecht sortiert.

Mitte 2014 stelle ich die Texte dann auf ein neues WordPress um. Das Design ist luftiger geworden und ich habe Ideen, wie ich den Ansatz zugänglicher präsentieren kann. Los geht’s!
 
 

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